FU-Bachelorbefragung 2008 - Ergebnisse des Fachbereichs PhilGeist
Am 17.12.08 wurden in der FBR-Sitzung PhilGeist die Ergebnisse der FU-”Bachelor-Befragung 2008″ durch die dafür verantwortliche Felicitas Thiel vorgestellt. Thiel kommt wie auch andere Präsidiums-Beauftragte nicht zufällig aus einem dem FU-Präsidenten nahen Bereich. Auch Susanne Veit hatte mit Thiel zusammen die Ergebnisse im Akademischen Senat und im FBR PhilGeist vorgestellt.
Neben den FU-Gesamtergebnissen der “Bachelorbefragung 2008″ wurden zudem die Ergebnisse des Fachbereichs PhilGeist vorgestellt, die ich nun hier zur Verfügung gestellt habe.
Siehe dazu nochmals unter Anderem hier oder hier.
Wie bereits betont, war diese Bachelorbefragung durch das FU-Präsidium in Auftrag gegeben worden (”TOP 3: BA-Umfrage 2008″). Deren Auswertungs-Ergebnisse bzw. die Interpretation der selben sollten mindestens mit gesunder Skepsis zur Kenntnis genommen werden. Beide müssen, wie bei genauem Blick auf die Art der Fragen und die Umfrage-Ergebnisse deutlich sichtbar, an sich bereits wesentlich unterschieden werden.
Dabei stellt sich, wie schon bei der “Bachelorbefragung 2006″, nicht zuletzt die Frage: Sind die Bachelor-Studierenden zufrieden mit dem in ihren Fächern Studierten? Oder sind sie mit dem Bachelor an sich zufrieden (insbesondere ohne fehlende Vergleichsperspektive anderer Studienabschlußarten)? Oder mit beidem?
Zu dieser Frage verhielt sich Felicitas Thiel in der FBR-Sitzung PhilGeist am 17.12.08. Sie gestand zu: Es sei nicht möglich, klar zu trennen, und aus ihren Umfrageergebnissen nicht klar ersichtlich, ob die FU-Studierenden ihr jeweiliges Fach wegen des formalen Gerüsts “Bachelor” wählen oder wegen des Fachs an sich. Dies war in den bereits kritisierten Fragen der Umfrage so angelegt. Denn diese wichtige, zwischen Fach und Studienabschlußart unterscheidende Frage war nicht gestellt worden. Dies ist um so bedeutsamer, als ebenfalls Ergebnis der Umfrage und ebenfalls in der gestrigen FBR-Sitzung mitgeteilt worden war, daß 80 % der von den 1.346 im Fachbereich PhilGeist befragten Bachelor-Studierenden angegeben hatten, daß sie ihren Studiengang nur noch als Bachelor-Studiengang belegen können bzw. konnten.
Diese Nicht-Unterscheidung zwischen gewähltem Studienfach an sich und Bachelor an sich in der Befragung stellt die zentrale Behauptung der ersten Sätze in der FU-Pressemitteilung, in der diese Pressemitteilung nicht reflektierenden “Zeit” oder im FU-Haus- und Hofblatt “Tagesspiegel” über die Zufriedenheit der Studierenden in Frage.
Darüber hinaus wurde in der gestrigen FBR-Sitzung allseits konstatiert, kritisiert und von Thiel zugestanden, daß verschiedene Fragen der Befragung sehr unspezifisch und schwammig seien und die Antworten darauf daher für und über die einzelnen Fachbereiche und Fächer kaum Näheres aussagen würden. Thiel hatte diese Nicht-Spezifizierung wörtlich mit dem “Interesse des Präsidiums” begründet, in dessen Auftrag und unter dessen Leitlinien, wie erwähnt, diese Befragung erfolgt war.
Schließlich war sich im FBR, wie schon 2006, gewundert worden, wie hoch das Arbeitspensum der Bachelor-Studierenden sei. Obwohl lange bekannt und immer wieder betont, wie viele Studierende auch neben dem Bachelor-Studium Geld verdienen (müssen) - über 50 % -, scheint dies noch immer für Verwunderung zu sorgen. Die Ergebnisse 2008 im Fachbereich PhilGeist unterscheiden sich hier, wie fast alle Ergebnisse, nicht wesentlich von denen der FU insgesamt. Die 1.346 Bachelor-Studierenden des FB PhilGeist, die sich an der Befragung beteiligt hatten, hatten im Durchschnitt angegeben: 13 Stunden Lohnarbeit/Woche während der Vorlesungszeit und 19 Stunden/Woche während der Vorlesungs-freien Zeit (Semester-”Ferien”). Dieses Arbeitspensum unterscheidet sich nur unwesentlich von den Angaben der “Bachelorbefragung 2006″.
Zuletzt hatte Thiel auf meine Frage hin mitgeteilt, daß sie und ihr Umfrage-Team aus zeitlichen Gründen (noch) nicht dazu gekommen seien, die Fachbereichsergebnisse auch nach den einzelnen Fächern des Fachbereichs zu sondieren. Entsprechend habe ich darum gebeten, auch die spezifischen Ergebnisse des Philosophischen Institutes so wie der anderen Fächer nachzureichen.
Say something