Master Philosophie und Institutsrat Philosophie vom 29.04.09
Hinweis des Verfassers: Unter dem Subtitel “Neue ECTS-Tabelle für ERASMUS-Studierende” ist mit Datum des 20.05.09 ein Nachtrag des Verfassers hinsichtlich einer Äußerung Gunter Gebauers eingefügt worden.
Zulassungen im Master weiter unbeschränkt
Der Akademische Senat der FU ist in seiner Sitzung am 22.04.09 aus Gründen der prekären Haushaltslage der vom Verfasser des vorliegenden Berichts hier berichteten Empfehlung der KfL gefolgt. Die KfL hatte, auf das Votum des FU-Präsidiums hin, hinsichtlich der regulären, nicht “weiter bildenden” Master-Studiengänge mit vorgezogenen Bewerbungsfristen beschlossen, daß vorerst keine(!) Zulassungszahlen hierfür beschlossen werden sollen.
Auch der Master-Studiengang Philosophie ist damit weiter nicht(!) zulassungsbeschränkt. Alle interessierten Personen müssen so lange zum Masterstudiengang Philosophie zugelassen werden.
Zu den derzeitigen Berliner Hochschulhaushalt-Verhandlungen siehe unter Anderem hier oder hier. Hinsichtlich der Bundesmittel, auf die in Berlin gehofft wird, sieht es gegenwärtig schlecht aus.
Ein älterer Brief des Gesamtpersonalrats an den Wissenschaftssenator findet sich hier.
Interdisziplinärer Bereich Master II Philosophie: viele Kooperationszusagen
Nach Mitteilung Georg Bertrams und Gunter Gebauers in der Sitzung des Institutsrats Philosophie am 29.04.09 ist die Resonanz hinsichtlich der Kapazitäts- und Kooperationsanfragen des Institutes in der ganzen FU für den Interdisziplinären Bereich der 2. Master-Ordnung “absolut positiv”. Es habe keine Absage gegeben. Einzig der Studiengang Politikwissenschaft fehle noch (Stand: 29.04.09), da dort der Institutsrat zu diesem Zeitpunkt noch nicht getagt habe.
Der Fachbereich Jura wolle, wenig überraschend, statt einer Vereinbarung einen Vertrag schließen. Die Chemie sei auch interessiert, verlange aber im Gegenzug eine regelmäßige Veranstaltung, die angeboten werde. Wie das Letzte zu regeln ist, stand zuletzt noch aus.
Insgesamt haben also nahezu alle angefragten FU-Fächer bereits zugesagt: Studierende der 2. Master-Ordnung Philosophie können im Rahmen des ID-Bereichs bei ihnen Veranstaltungen belegen. Die letzte wesentliche Bedingung des Fachbereichs PhilGeist, um der 2. Master-Ordnung zustimmen zu können, ist damit erfüllt.
Zur übrigen Institutsrat-Sitzung vom 29.04.09 wie folgt ausschnittsweise. Das Übrige ist dem in einigen Wochen herum gehenden IR-Protokoll vom 29.04.09 vorbehaltlich etwaiger Änderungen zu entnehmen.
Protokoll der IR-Sitzung vom 21.01.09
Die vom Verfasser des vorliegenden Berichts eingebrachten Änderungen zum IR-Protokoll des 21.01.09 sind vom IR einstimmig übernommen worden.
Eine Distanzierung des Institutsrates von FU-Präsident Dieter Lenzens Bekenntnis zum “Intelligent Design” oder eine Erklärung hierzu wurde nicht für notwendig gehalten. Der Vorschlag wurde durchweg abgetan und ignoriert.
Argumentationskurs - Tutorien
Der Argumentationskurs des Institutes ist laut Aussage Holm Tetens’ in der IR-Sitzung vom 29.04.09 im vergangenen WiSe 08/09 von etwa 190 Personen besucht worden. Im zur Zeit laufenden SoSe 2009 sollen es etwa 100 sein. Da die Fachbereichsverwaltung zuletzt noch immer keine neuen Hilfskräfte für Tutorien des Kurses genehmigt hatte, hat der Institutsrat Gunter Gebauer als Geschäfte führenden Direktor einstimmig damit beauftragt, gegenüber FBR und Dekanat PhilGeist so wie im Zweifel gegenüber dem FU-Kanzler die Notwendigkeit dieser Hilfskräfte zu vertreten.
Inzwischen ist von der Geschäftsführung des Institutes ohne weitere Absprache mit dem Institutsrat entschieden worden, für diese Stelle den Institutshaushalt in Anspruch zu nehmen. Der Institutshaushalt Philosophie beträgt auch nach dem in der gestrigen Sitzung des Fachbereichsrates PhilGeist vom 06.05.09 beschlossenen Fachbereichshaushalt 2009 unverändert gut 17.000 EUR.
Vergabesatzung Bachelor Philosophie - “berufspraktische Tätigkeiten”
Wie angekündigt, stand auf Anraten David Lauers (WiMi-Vertreter im IR) in der IR-Sitzung am 29.04.09 ein kleines Detail der Vergabesatzung zur Diskussion: die 5 %-Gewichtung bei den Zulassungskriterien für den Bachelorstudiengang Philosophie. Diese beinhaltet die Festlegung “relevanter praktischer Tätigkeiten”, die eine besondere “Eignung” für den Studiengang konstituieren sollen.
Wie der Verfasser des vorliegenden Berichts in der IR-Sitzung deutlich gemacht hatte, handelt es sich bei diesem Kriterium um eine Kann-Bestimmung. Dies bedeutet: Das betreffende Fach (hier: die Philosophie) muß zwar angeben, was es als “eignende praktische Tätigkeit” ansieht. Was es jedoch als solche angibt, steht ihm frei. Grundsätzlich “eignet” Alles für ein prinzipiell interdisziplinäres, offenes Fach wie die Philosophie. Entsprechend ging mein Plädoyer auf eine möglichst allgemeine Formulierung.
David Lauer hatte im IR die folgende Formulierung vorgeschlagen und so nun bereits an Frau Grünert vom Studienbüro des Fachbereichs geschickt:
“Tätigkeiten und Ausbildungen in den Bereichen der Bildung, Kultur und Medien (insbesondere Wissenschaftsjournalismus), im Verlags- und Bibliothekswesen, in staatlichen und nichtstaatlichen politischen Organisationen, Tätigkeiten in der Wirtschaft im Zusammenhang mit ethischen Fragen sowie Tätigkeiten im Bereich der Computerprogrammierung”
Hierzu wird ausdrücklich um Rückmeldungen und Meinungen gebeten: MathiasBartelt@gmx.de.
Darüber hinaus gibt es “Auswahl”-Beauftragte für den Bachelorstudiengang Philosophie. Diese werden dann tätig, wenn im Falle von mehr Bewerber/innen als Studienplätzen bei der “Auswahl” von Bewerber/innen gemäß den Kriterien 80 % Abitur, 15 % “Leistungsfächer” und 5 % “berufspraktische Tätigkeiten” durch die Studierendenverwaltung dennoch Unklarheit über die “Eignung” von bestimmten Bewerber/innen besteht. Als “Auswahl”-Beauftragte hat der IR einstimmig Sybille Krämer und David Lauer bestimmt, die sich hierfür angeboten hatten.
“Auswahl”-Beauftragte für den Masterstudiengang Philosophie sind bereits Georg Bertram und Holm Tetens.
Neue ECTS-Tabelle für ERASMUS-Studierende
Nachdem es Probleme für ERASMUS-Studierende anderer Länder gegeben haben soll, das von ihren Heimat-Hochschulen geforderte Soll an ECTS-Punkten am Institut für Philosophie ohne enormen Leistungsaufwand zu erbringen, ist die ECTS-Tabelle des Institutes am 29.04.09 vom Institutsrat angepaßt worden. Der IR hat großzügigere Richtlinien für die Vergabe von ECTS-Punkten an ERASMUS-Studierende beschlossen, nach denen die Dozierenden des Institutes verfahren sollen. Die neue ECTS-Tabelle gemäß IR-Beschluß ist hier zu finden.
Individuelle Abweichungen davon sind nach Absprache mit den betreffenden Studierenden ausdrücklich vorgesehen.
Auch dies hatte David Lauer, angemahnt von Heide Grünert, in den IR eingebracht. Die bisherige ECTS-Regelung des Institutes, über die Unklarheit herrschte, bzw. die Praxis ihrer Anwendung bewirkte, daß mithin einem Teil, mithin vielen der ERASMUS-Studierenden auf Grund stark abweichender “Leistungs-” bzw. “Leistungspunkt”-Vorstellungen und -Regelungen zu wenig ECTS-Punkte in Veranstaltungen ausgestellt worden waren.
Deutlich wurde nicht zuletzt hier wie längst auch im Berliner, deutschen und europäischen Kontext: Weder die ECTS-Punkte noch die Bachelor- und Masterstudiengänge selbst sind “vergleichbar”. Es ist eingetreten, was bereits vor Jahren nicht zuletzt auf Grund von Überbürokratisierung, Überreglementierung und “Profilbildung” von Studiengängen prognostiziert worden war: Mit der “Studienreform” nicht zuletzt deutscher Konzeption und Umsetzung ist das Gegenteil von mehr “Mobilität” und “Vergleichbarkeit” bewirkt worden.
Gunter Gebauer hatte bereits in der dem Institutsrat zuvor gehenden Lehrplan-Konferenz am 29.04.09 ohne Widerspruch konstatiert: “Der Bachelor ist auf breitester Front gescheitert” und ein “Mißerfolg”. Hinweis und Nachtrag des Verfassers (20.05.09): Gunter Gebauer betont, sich nicht in dieser Weise geäußert zu haben - insbesondere nicht als Meinungsäußerung -, sondern nur eine HIS-Studie wieder gegeben zu haben. Er ist darüber hinaus eingeladen, sich hierzu selbst per Kommentar-Funktion zu äußern oder eine Stellungnahme hierzu abzugeben, die selbstverständlich veröffentlicht wird. [M.B.]
Die Abbruchquoten seien gestiegen. Und die Studienzeit im Verhältnis zur “Regel-Studienzeit”, die von Studierenden-Vertreter/innen nun immer öfter als effektive “Mindest-Studienzeit” bezeichnet wird, habe sich nicht verkürzt.
(Zur Erinnerung: Alles wird besser und Der Mythos vom besseren Studium)
Zugleich seien, so Gebauer, die “Kompetenz-Kurse” des Institutes eine “feine Sache”, die das Institut im Zuge der von ihm ab 2004/05 umgesetzten “Studienreform” eingeführt habe.
Zu bemerken ist dazu, daß der Argumentationskurs und auch der Schreibkurs bereits lange vor 2004/05 bestanden hatten. Vortrags- und Interpretationskurs sind auf Basis dieses Konzepts im Zuge der Modularisierung hinzu gekommen. Der Oberbegriff “Kompetenzkurse” ist eine Erfindung nicht zuletzt durch das FU-weit vorgegebene Erfordernis einer Definition von jeweiligen “(Berufs-) Qualifikationszielen” bzw. “Kompetenzen” in den einzelnen Bachelor- und Master-Studiengängen und Modulen.
Von der “Bologna”-Folgekonferenz der europäischen Bildungsminister/innen, die keine Rechtsverbindlichkeit besitzt, wird zur Zeit nunmehr das Folgende berichtet:
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